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AllgemeinesDie stationäre Phase wird als feines Pulver auf ein inertes Trägermaterial aufgetragen. Die Korngrößen liegen zwischen 2 µm für die Analyse von minimalen Volumina und 50 µm für präparative Aufgaben. Mit zunehmendem Wassergehalt der stationären Phase - auch aus der Laborluft - sinkt die Aktivität der stationären Phase, d.h. ihre Fähigkeit unpolare Stoffe zu adsorbieren. Gleichzeitig steigt der Einfluss von Verteilungsgleichgewichten auf die Trennung. KieselgeleStandard-Kieselgel wird durch Fällung aus einer Wasserglas-(Natriumsilikat)-Lösung mit Schwefelsäure hergestellt. Der Niederschlag wird abfiltriert, bei 100 bis 200 °C getrocknet und gemahlen. Die Herstellung erfordert viel Erfahrung, um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten. Das fertige Produkt besteht aus SiO2 mit einem geringen Anteil von Wasser, dieses bildet an der Oberfläche saure SiOH Gruppen. Folglich ist das Kieselgel ein polares, schwach saures Adsorptionsmittel, an dem sich auch gleichzeitig - durch das oberflächlich gebundene Wasser - Verteilungsgleichgewichte einstellen können. Für diese hydrophilen Schichten wählt man lipophile Fließmittel. Kieselgelplatten werden in unterschiedlichen Qualitäten angeboten, so auch in hoch gereinigter Form für die Spurenanlytik. Die Si-O-H Gruppen können mit bestimmten organischen Substanzen zur Reaktion gebracht werden und ändern dadurch ihren Charakter vollständig (Silanisierung). Man erhält dadurch so genannte Umkehrphasen (= reversed phase, Abkürzung RP), die sich hydrophob verhalten. So ist die RP-18-Phase durch SiOC18H37 Gruppen gekennzeichnet. Durch Auswahl des organischen Reaktionspartners und mehr oder weniger vollständigen Umsatz der SiOH- Gruppen kann der Charakter der statioären Phase von hydrophil nach hydrophob in vielen Schritten verändert werden. Üblich sind heute folgende Modifikationen (in abnehmend hydrophober Reihenfolge):
Die RP-18-Phasen haben lipophilen Charakter und werden zusammen mit hydrophilen Fließmitteln benutzt, die Verhältnisse sind also genau umgekehrt wie bei den Standard-Kieselgelplatten. Mit einer Cyano-modifizierten Platte kann je nach Wahl des Fließmittels eine normale oder eine Umkehrphasen-Trennung durchgeführt werden. Standard- oder RP-Kieselgelschichten können durch eine Vorbehandlung weiter verändert werden, einige Beispiele sind
Weitere SchichtmaterialienAluminiumoxid wird meist durch Fällung unter basischen Bedingungen hergestellt und ist dann selbst basisch (pH=9). Mit Gips als Bindemittel entstehen aber neutrale Beschichtungen. Ähnlich wie beim Kieselgel wird der Niederschlag abfiltriert, getrocknet und gemahlen. Seine höchste Aktivität erreicht er schließlich durch Glühen bei 500 °C. Es stellen sich vorwiegend Adsorptionsgleichgewichte ein. Die Aktivität kann nach Brockmann durch Zugaben von bis zu 15% Wasser in Stufen verringert werden. Auf Aluminiumoxid werden vorwiegend basische Stoffe getrennt. Natürliche Cellulose enthält als Kohlenhydrat sehr viele OH-Gruppen, stellt demnach eine polare stationäre Phase mit der Möglichkeit zur Ausbildung vieler Wasserstoffbrücken-Bindungen dar. Die aus Pflanzen (z.B. Baumwolle oder Holz) gewonnene Cellulose wird so fein gemahlen, dass die einzelnen Moleküle nur noch einen Polymerisationsgrad von 400 bis 500 aufweisen. Durch Hydrolyse kann eine mikrokristalline Cellulose mit Polymerisationsgraden bis herab zu 40 gewonnen werden. Durch Reaktion mit Essigsäure(anhydrid) kann acetylierte Cellulose hergestellt werden (bis zu 40% der OH-Gruppe acetyliert), die dadurch ihren hydrophilen Charakter verliert. Die DEAE-Cellulose (Diethylaminoethyl-) ist ein schwacher Kationenaustauscher. Polyamid ist ein polarer Kunststoff, der zahlreiche Wasserstoffbrücken ausbilden kann. Er wird zur Trennung von Phenolen, Flavonoiden u.a. eingesetzt. Bei Kieselgur handelt es sich um ein natürliches Kieselgel aus den Schalen von fossilen Kieselalgen. Wegen seiner relativ geringen Oberfläche pro Gramm ist es eigentlich keine gute stationäre Phase. Gerade deshalb wird es aber in Konzentrierungszonen eingesetzt. Eine andere Anwendung findet es entsprechend imprägniert als Trägermaterial für die Verteilungschromatographie. Mischphasen enthalten verschiedene stationäre Phasen in einem Verhältnis, das für ein bestimmtes Trennproblem optimale Ergebnisse liefert. HerstellungAnfangs wurden Platten für die Dünnschichtchromatographie im Labor selbst hergestellt. Eine Suspension des Schichtmaterials in Wasser wurde auf Glasplatten ausgestrichen, wobei mehr oder weniger komplizierte Hilfen für eine konstante Schichtdicke sorgten. Die Platten wurden dann an der Luft und anschließend im Trockenschrank getrocknet. Heute werden Fertigplatten in großer Vielfalt angeboten, so dass man sich für die tägliche Routine auf die gleichbleibende Qualität eines erfahrenen Herstellers verlassen kann. Nur noch in Sonderfällen muss man sich die Schichten selbst gießen. Bei der Auswahl der Platten sind zu beachten:
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