Probenaufgabe GC
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Übersicht

Die grundlegenden Elemente eines Einlass-Systems für die GC werden am einfachsten Beispiel - einem Einlass ohne Split für flüssige Proben - erläutert. In der Kapillar-GC wird der Einsatz eines Splitters notwendig, um die Säule nicht zu überladen. Bei der Headspace-Technik arbeitet man nicht mit Probenlösungen, sondern entnimmt das Untersuchungsmaterial aus dem Gasraum über der Probe. Neben diesen Standard-Techniken gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Proben auf eine GC-Säule zu geben.

Einlass ohne Split

Bei gepackten Säulen mit ihrem größeren Querschnitt und in der Spurenanalytik auf Kapillarsäulen reicht als flüssiges Probenvolumen etwa 1 µl  aus. Diese Menge kann gerade noch bequem mit einer Mikroliterspritze abgemessen werden.
Beim Einspritzen soll die Probe schnell verdampfen, es entstehen dabei etwa 1 ml Gas. Deshalb befinden sich alle Teile des Einlass-Systems in einem Einspritzblock (Bild), dessen Temperatur deshalb über dem Siedepunkts des Lösemittel liegen soll - aber nicht zu sehr, da sonst thermische Zersetzungsreaktionen auftreten können. Das Gas (1) wird durch den Einspritzblock zur Säule (2) geführt. 

Durch ein Septum (3) kann mit einer Mikroliterspritze die Probe in den Einspritzblock gebracht werden, ohne dass an dieser Stelle das Gas austritt. Die Septen bestehen meist aus Silkonkautschuk und/oder Teflon. Gelegentlich müssen die Septen gewechselt werden, wenn sie durch viele Injektionen beginnen auszureißen oder anfangen zu "bluten", d.h. Bestandteile an das Gas abgeben. Dabei muss das richtige Septum gewählt werden (Abmessungen, Maximaltemperatur, Verwendungszweck) und die Septumschraube darf nur mit Gefühl angezogen werden.
An der heißen Oberfläche des Einspritzblocks kann es zu chemischen Reaktionen der Probe kommen. Um das zu verhindern wird ein Inlet Liner (4) eingesetzt. Er besteht aus Glas, das durch eine spezielle Behandlung (Silanisierung) inaktiviert wird, so dass keine Adsorption u.ä. zu erwarten ist. Das Volumen muss zur verwendeten Säule passen. Die spezielle Formgebung oder eine Füllung aus silanisierter Glaswolle vergrößert die Oberfläche und beschleunigt so die Verdampfung.

Die Mikroliterspritzen für die GC erlauben die Abmessung von Bruchteilen eines µl, indem die Nadel als Zylinder und ein dünner Draht darin als Kolben verwendet wird. Sie sind entsprechend vorsichtig zu handhaben. Der Spritzenhalter schützt die Spritze dabei z.T.
  1. Vor dem Einspritzen werden sie gründlich mit der jeweiligen Probe ausgespült, um Verschleppungen zu vermeiden. 
  2. Dann zieht man die Probe auf, lässt den Überschuss aus der Spritze heraus und wischt die Nadel ab, ohne dabei Öffnung zu berühren.
  3. Man setzt die Nadel in der Mitte des Septums genau im rechten Winkel dazu auf und durchsticht vorsichtig das Septum. Dabei führt man die Nadel in der Mitte zwischen zwei Fingern, um ein Verbiegen zu vermeiden.
  4. Ist die Nadel weit genug eingeführt, injiziert man die Probe und entfernt die Spritze wieder.
Einige Alternativen zum beschriebenen Vorgehen sind:
  • Die Verdampfung der Probe aus der gefüllten Nadel, d.h. der Kolben wird bei der Probenaufgabe nicht bewegt.
  • Das Einspritzen mit heißer Nadel: Nach dem Einführen der Nadel wartet man eine bestimmte Zeit bevor man die Probe einspritzt.
  • Zusätzliches Einspritzen einer Luftblase und/oder von etwas reinem Lösungsmittel nach der Probe - dazu muss man natürlich vorher entsprechend aufziehen.

Einlass mit Split

Die Kapillar-GC erfordert Probenmengen unter 0,01 µl, die man nicht mehr einfach handhaben kann. Statt dessen spritzt man etwa 1 µl ein und verdampft diese Probe im Einspritzblock. Nun wird allerdings der größte Teil davon seitlich aus dem Einspritzblock in die Umgebung entlassen und nur ein kleiner Rest gelangt auf die Trennsäule. Das Splitverhältnis wird durch das Splitventil (A) geregelt, je weiter man dieses öffnet, desto weniger Probe gelangt auf die Säule. Das genaue Verhältnis hängt aber auch vom Trägergas, Vordruck und den Temperaturen von Einspritzblock und Trennsäule ab. Mit geschlossenem Splitventil kann man auch "splitless" arbeiten.

Headspace-Technik

Bei der Headspace-Technik werden die Probengefäße mit Septen verschlossen und dann aus dem Gasraum über der Probe das Untersuchungsmaterial entnommen. Dazu werden die Gläschen in einen beheizten (Revolver-)Halter eingesetzt (Verdampfung der interessanten Bestandteile) und einige Minuten temperiert. Dann wird der Halter vor die Injektionsposition gedreht und auf die Injektionsnadel geschoben. Nach einem programmierten Schema entnimmt das Gerät dann ein bestimmtes Gasvolumen aus dem Probengefäß und schickt es auf die Säule.

weitere Systeme

Beim PTV-System (programed temperature vaporization) kann der Einspritzblock erst unmittelbar nach der Injektion sehr rasch (bis 20 °C pro Sekunde) und programmiert auf die erforderliche Temperatur aufgeheizt werden. Man vermeidet dadurch störende thermische Reaktionen.

Manche GC-System verzichten auf einen Einspritzblock und ermöglichen eine Direkteinspritzung auf die (kalte) Säule. Ihre Bedienung  erfordert besondere Erfahrung.

Die SPME (solid phase micro extraction) integriert einen Teil der Probenvorbereitung mit der Probenaufgabe. Eine feine Faser, mit einem passenden Absorptionsmittel versehen und in einem Metallhalter geschützt, absorbiert aus der Probe (entweder über den Gasraum oder aus der Flüssigkeit) die interessanten Analyten. Diese Faser kann dann mit ihrem Halter wie eine Spritze gehandhabt werden, im Ein"spritz"block verdampft das absorbierte Material. Beim Durchstechen der Septen muss die Faser natürlich durch den Halter geschützt sein!

Säulen für die GC