Aufgabe und Funktion
Am Ende der Trennsäule misst ein Detektor eine physikalische
Eigenschaft der mobilen Phase wie deren Extinktion oder elektrische
Leitfähigkeit. Die Messgröße wird nicht direkt angezeigt, sondern in eine
normierte elektrische Spannung umgewandelt (mit einem Voltmeter könnte sie dann
doch angezeigt werden).
Der Integrator speichert in regelmäßigen Abständen das
Detektorsignal, kann es ggf. durch die Bildung eines gleitenden Mittelwertes
glätten (Filter) und druckt es gleichzeitig als Chromatogramm aus. Nach
Anschluss der Aufzeichnung werden die gespeicherten Daten ausgewertet: Der
Integrator versucht Peaks zu erkennen, sie gegeneinander abzugrenzen, die
Grundlinie zu bestimmen und ermittelt dann ihre jeweilige absolute Fläche, auch
weitere Berechnungen sind möglich. Neben speziellen Geräten kann auch eine
Labor-EDV diese Aufgabe übernehmen.

mögliche Einstellungen
Die hier gemachten Angaben beziehen sich auf den HP 3390A
Integrator, können aber sinngemäß auch auf andere Geräte übertragen werden.
- Datum (DATE) und Uhrzeit (TIME)
- Eine interne Uhr kann beim Einschalten eingestellt werden.
In den Ausdrucken erscheinen dann jeweils die aktuellen Angaben, das ist
eine wichtige Hilfe bei der Zuordnung von Versuch und zugehöriger
Aufzeichnung.
- Nullpunkt der Basislinie (ZERO)
- wird in Prozent der Aufzeichnungsbreite angegeben. Bei 5%
oder 10% können Schwankungen der Basislinien erkannt werden. Wenn negative
Peaks zu erwarten sind, ist ein Nullpunkt bei 50% oder 90% sinnvoll.
- Abschwächung (ATT = attenuation)
- Das Messsignal wird vor seiner Verarbeitung abgeschwächt,
indem es durch 2ATT dividiert wird. Ein um 1 größerer ATT-Wert
halbiert also die Peakhöhe.
- Papiergeschwindigkeit (CHTSPD = chartspeed)
- die Geschwindigkeit der Aufzeichnung des Chromatogramms.
Bei einfachen Trennungen sollte sie so gewählt werden, dass das gesamte
Chromatogramm etwa 10 cm lang ist, bei Proben mit vielen Komponenten
entsprechend länger.
- Messrate (PK WD)
- Abstand der einzelnen Messungen in Minuten, gleichzeitig
werden die Glättungsfilter entsprechend eingestellt. Sollte deutlich
kürzer als die Breite des schmalsten zu erwartenden Peaks sein - zu kurze
Messzeiten führen aber zu unhandlichen Datenmengen (Rechenzeit). Übliche
Zeiten liegen zwischen 0,01 min (Kapillar-GC) und 2,5 min (LC mit geringer
Trennleistung).
- Rauschunterdrückung (THRSH = threshold)
- Signalanteile unter dieser Schwelle werden zur Basislinie
gerechnet.
- Peakunterdrückung (AR REJ = area reject)
- Peaks, deren Fläche kleiner ist als dieser Wert, werden
bei der Auswertung nicht berücksichtigt.
- Steuerung der Basislinienkonstruktion
- Es können verschiedene Methoden zur Festlegung der
Basislinie gewählt werden. Normalerweise wird die Basislinie als gerade
Strecke (u.U. steigend oder fallend) vom Peakanfang zum Peakende gezogen.
| INTG() 0 |
Basislinien auf den aktuellen Wert setzen |
| INTG() 1 |
Basislinien beim nächsten Minimum setzen |
| INTG() 2 |
Basislinie bei allen Minima setzen |
| INTG() 3 |
Tangentenmethode bei nächsten Peak
aktivieren (für aufgesetzte Peaks) |
| INTG() 4 |
Tangentenmethode deaktivieren |
| INTG() 5 |
Basislinien horizontal extrapolieren |
Einige mögliche Konstruktionen der Basislinie werden unten
gezeigt.
- Steuerung des Chromatogrammausdrucks
- mit/ ohne Retentionszeiten (INTG() 7), mit/ ohne
Integrationsmarkierungen (INTG() 8), mit/ ohne Basislinien oder
mit/ohne Zeitskala. Die letzten beiden Möglichkeiten bietet der HP 3390A
nicht.
Die Integratonsparameter können auch in einer Zeittabelle
programmiert werden, können also während einer Trennung geändert werden.
Für Reihenuntersuchungen können ferner die Responsefaktoren
und weitere Umrechnungsfaktoren eingegeben werden, so dass im Analysenbericht
direkt die gesuchten Konzentrationen erscheinen.
Mögliche Ausgaben
In der Ausgabe können verschiedene Angaben erfolgen, hier
wieder in Anlehnung an das o.a. Gerät: Nach Kopfdaten zur Identifizierung des
Ausdrucks und dem Chromatogramm folgt ein tabellarischer Analysenbericht.
- Peak-Nummer
- laufende Nummerierung der Peaks, durch AR REJ unterdrückte
Peaks werden mitgezählt, aber nicht mit ausgedruckt.
- Retentionszeit
- meistens in Minuten, sowohl im Chromatogramm als auch im
anschließenden tabellarischen Analysenbericht.
- absolute Peakfläche
- für die quantitative Auswertung, der Zahlenwert kann auch
von den o.a. Einstellungen abhängen.
- relative Peakfläche
- in Prozent der nicht unterdrückten Peakflächen.
- Art der Peakabgrenzung
- im Chromatogramm als kleine Striche (können auch
abgeschaltet sein) und in der Tabelle mit Codes:
| . |
Mess-Signal zu gross |
| I |
unvollständiger Peak (incomplete) |
| , |
Mess-Signal zu klein |
| D |
verzerrter Peak (PK WD zu gross) (distorted) |
| S |
Lösungsmittelpeak (solvent) |
| T |
Peakanfang oder -ende mit der
Tangentenmethode ermittelt (tangent) |
| B |
Peakanfang oder -ende auf der Grundlinie
(baseline) |
| V |
Peakanfang oder -ende im Tal zwischen
zwei Peaks (valley) |
| P |
Basislinienunterschreitung (penetration) |
| H |
horizontale Grundlinie extrapoliert |
| ++ |
Summenpeak |
- Verhältnis von Peakfläche zu Peakhöhe
- Sollte mit der Retentionszeit zunehmen. Ein Peak, der bei
diesem Verhältnis eine zu großen Wert hat, kann aus einer früheren
Analyse stammen. Auch zur Kontrolle des PK WD-Wertes.
Im Idealfall ist die Basislinie vor und nach dem Peak auf gleicher Höhe zu
erkennen:

Wenn zwei Peaks so nahe beieinander liegen, dass sie sich
überlappen, zieht der Integrator häufig eine gerade Linien am tiefsten Punkt
des Tales zwischen den Peaks (links). Das ist aber nicht ganz korrekt, wie das
rechte Bild zeigt. Eine gute Chromatographiesoftware kann auch solche Peaks
durch eine passende Regressionsrechnung noch gut trennen.

Andere Probleme bereitet eine Basislinie, die nicht auf gleicher
Höhe bleibt - z.B. durch einen Temperaturanstieg der Trennsäule während
einer gaschromatographischen Trennung. Welche der beiden dargestellten Methoden
die besseren Ergebnisse liefert, muss im Einzelfall geklärt werden.

Das rechts dargestellte Verfahren kann bei kleinen Peaks, die
auf der Schulter eines großen sitzen, oft besser - aber nicht optimal! -
erfassen als die obige Methode mit dem Tal:

Diese Beispiele sollen das Problembewußtsein im Umgang mit
Integratoren schärfen. Sie sind bequem zu nutzen - können aber bei
unkritischer Anwendung auch drastische Fehler verursachen. Wichtig ist, alle
Hinweise des Integrators auf die verwendete Methode im Auge zu behalten,
insbesondere müssen Probe und Standard in gleicher Weise integriert werden:
-
Die Integrationsmarken im Kurvenverlauf und
-
die Angabe der Integrationsmethode in der Tabelle.
-
Bei manchen Integratoren kann auch die verwendete Basislinie
mit ausgedruckt werden!
Berechnungen
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