Beispiele
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Beispiele

Die Verteilung ist nur ein Beispiel, wie Substanzen ein Gleichgewicht zwischen zwei Phasen finden können. In der Chromatographie sind folgende Mechanismen wichtig:

Verteilungsgleichgewicht

Unter Verteilung versteht man den Austausch einer gelösten Substanz zwischen zwei Flüssigkeiten, die sich nicht miteinander mischen. Ein Beispiel wurde oben schon besprochen. Die Reaktionsgleichung lautet:

In diesem Fall bezeichnet  man das Massenwirkungsgesetz auch als Nernstschen Verteilungssatz. 

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Adsorptionsgleichgewicht

Bei der Adsorption wechselt eine Substanz  aus der Flüssigkeit oder der Gasphase auf die Oberfläche einer festen Substanz. Eine Lösung von roter Lebensmittelfarbe in Wasser wird durch Zugabe von festem Polyamidpulver entfärbt, die Lebensmittelfarbe ist an das Polyamid adsorbiert.

Adsorptionmittel werden u. a. auch zum Entfärben von Lösungen und als Trockenmittel (z.B. in Arzneimittelröhrchen) eingesetzt. Ein wichtiges Adsorptionsmittel ist Aktivkohle.

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Verdampfungsgleichgewicht

Beim Verdampfungsgleichgewicht wechselt eine Substanz aus der flüssigen Phase (auch Lösungen) in die Gasphase und zurück. Brom ist eines der wenigen gefärbten Gase, wo man das beobachten kann.

Das MWG ist hier auch als Henrysches Gesetz bekannt. Es kann auch beim Öffnen einer Mineralwasserflasche beobachtet werden: bei geringerem Druck löst sich weniger Kohlendioxid im Wasser. Wenn ein Taucher zu schnell aufsteigt, so dass sich dieses Gleichgewicht nicht einstellen kann, führen Gasbläschen im Blut und im Gewebe zu der gefürchteten Taucherkrankheit.

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Dissoziationsgleichgewichte

Die Dissoziation eines Elektrolyten, d.h. sein Zerfall in elektrisch geladene Ionen findet normalerweise in wässriger Lösung statt. Indikatoren wie Bromthymolblau sind Substanzen, die in dissoziierter Form und in undissoziierter Form unterschiedliche Farben haben. Die Gleichgewichtslage - und damit auch die Farbe der Lösung - ist stark pH-abhängig.

Ionenaustauscher sind Feststoffe, an deren Oberfläche solche Elektrolytfunktionen fest gebunden sind. Im Kontakt mit Wasser stellen sich dann Dissoziationsgleichgewichte an der Oberfläche ein. Bei einem Kationenaustauscher konkurrieren die verschiedenen gelösten Kationen um die fest gebundenen Anionen des Austauschers.

Natürliche Ionenaustauscher sind Tonminerale und Humusstoffe im Boden sowie Zeolithe. Im Labor werden allerdings in der Regel künstliche Ionenaustauscher eingesetzt, das sind Kunstharze mit sauren (z.B. -SO3-, -PO3H-, -COO-, -OH) oder basischen (z.B. -N+(CH3)3, -NH2) funktionellen Gruppen.

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Immunreaktionsgleichgewichte

Antigene und Antikörper reagieren miteinander in einer Immunreaktion. Wird einer der normalerweise gelösten Reaktionspartner auf der Oberfläche eines Feststoffs chemisch gebunden, so kann sich dieses Gleichgewicht auch zwischen zwei Phasen einstellen.

Im Körper dient diese Reaktion der Abwehr von Krankheitserregern und anderer unerwünschter Stoffe.

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Diffusionsgleichgewichte

Unter Diffusion versteht man die langsame Ausbreitung einer Substanz in einem Material durch die ungeregelte Wärmebewegung ihrer Moleküle. Bei gefärbten Substanzen wie dem Kaliumpermanganat in Wasser kann man diese Ausbreitung beobachten.

Für die Chromatographie interessant ist die Diffusion in die Hohlräume eines porösen Materials, wenn diese so eng sind, dass sie nur Moleküle bis zu einer bestimmten Größe hineinlassen. Je kleiner die Moleküle sind, desto mehr Poren stehen ihnen zur Verfügung, und desto länger können sie sich in dem porösen Material aufhalten - entsprechend steigt der dort "gebundene" Anteil der jeweiligen Substanz.

Neben Feststoffen, die aus porösen Körnern bestehen, werden im Labor oft auch Gele eingesetzt. Gele sind Lösungen von Makromolekülen, deren Konzentration so hoch ist, dass die Makromoleküle ein relativ festes Gerüst bilden, in dem das Lösungsmittel wie in einem Schwamm gebunden ist. Allgemein bekannt ist Gelatine als ein solcher Gelbildner.

 

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